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Die Politische Gemeinde

 

Kunstwerkt vor Gemeindehaus
 

Die Politische Gemeinde ist jene Körperschaft des öffentlichen Lebens, die unser Gemeinwesen nach aussen am stärksten repräsentiert. Anfänglich (1859) war sie allerdings nur für wenige Aufgaben zuständig. Mit den Jahren, vor allem seit dem zweiten Weltkrieg, wuchsen ihre Aufgaben, besonders im Umwelt- und Bausektor, in jüngster Zeit aber auch im sozialen Bereich.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts besassen in Gemeindeangelegenheiten nur die Dorfleute das Stimm und Wahlrecht. Eine grundlegende Änderung in diesem Bereich brachte die Bundesverfassung von 1848. Fortan musste dieses Recht allen Schweizerbürgern zugestanden werden. Die Kantonsverfassung führte darum 1850 als neue öffentliche Körperschaft die Bezirksgemeinden ein (seit 1965 heissen sie Politische Gemeinde), die nun alle Aktivbürger von Buochs umfasste. Weil aber die Verfassung für die Fürsorge und das Armenwesen eine zusätzliche Institution ins Leben rief, nämlich die Armengemeinde (ab 1979 in der  Politischen Gemeinde integriert) und einen anderen Teil der öffentlichen Aufgaben den Dorfleuten in eigener Kompetenz überliess, hatte die Bezirksgemeinde anfänglich recht wenig zu bestimmen. Sie genoss darum bei den Alteingessenen kein grosses Ansehen. Dies änderte sich erst, nachdem sie im Verlaufe der Zeit immer neue Aufgaben übertragen bekam, wodurch sie ihren Einflussbereich vergrössern konnte.

Vom Nachtwächter bis zum Wochenmarkt

Ursprünglich zählte zu den Geschäften der Gemeindeversammlung nur die Wahl der Mandatsträger (Ratsmitglieder) und der Gemeindeangestellten, wie etwa jene des Dorfweibels oder des Nachtwächters. Ferner ernannte die Bezirksgemeinde ihre Vertreter an den öffentlichen Wallfahrten nach Sachseln, Ridli, Einsiedeln und Beckenried. Weiter hatten die Stimmbürger jährlich die Rechung zu genehmigen. Die Aufsicht über das Einhalten des Landesgesetzes und der Vollzug obrigkeitlicher Weisungen waren dagegen dem Gemeinderat übertragen. In seinen Aufgabenkreis gehörten ferner das Bauwesen, das Wachen über die allgemeine Sittlichkeit, wie überhaupt die öffentliche Sicherheit, dann der Wochenmarkt, der örtliche Brandschutz und schliesslich die militärischen Einquartierungen.
Die wirtschaftlichen und rechnerischen Neuerungen waren es dann in erster Linie, welche der Bezirksgemeinde neue Aufgaben brachten, so zum Beispiel den Bau eines Telegraphenbüros, eine Anlegestation für Dampfschiffe, den Telefonanschluss nach Luzern oder die öffentliche Waage.
Der Gemeinderat befasste sich aber auch mit Problemen und Projekten, die gar nie oder doch erst Jahrzehnte danach ausgeführt wurden: Archivräume, Dorfplan, Grenzregulierung mit Ennetbürgen, Strassenplan, Schmalspurbahn Luzern-Alpnach-Altdorf, Bahn Stans-Buochs, Bergstrasse Buochs-Niederrickenbach, Tram Stans-Buochs, und Strassenprojekt Luzern-Flüelen.

Strassenbeleuchtung und Tourismusförderung

Der aufkommende Tourismus rief nach dem Aufstellen von Beleuchtungskörpern entlang des bestehenden Weg- und Strassennetzes, das übrigens sukzessive von den Dorfleuten in den Besitz der Bezirksgemeinde übergegangen war. Bei der Einführung des elektrischen Lichtes, 1899, mussten mit Beckenried, der Schuhfabrik sowie dem Elektrizitätswerk Luzern während längeren Zeit Verhandlungen um Stromlieferungen geführt werden.
Dem Fremdenverkehr verdankte unser Dorf auch zur Jahrhundertwende (1895-1900) die Seefüllung im Bereich Seeplatz/Aawasseregg, was einen 8,5 Meter breiten Quai mit Balustradenabschluss ermöglichte. Von der Gemeinde gefördert wurde ursprünglich auch der Bau des Hotels Rigiblick. Doch die hochfliegenden Pläne mussten nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges begraben werden.

Neue Quartiere entstehen

Die einsetzende Stagnation sollte erst kurz vor dem zweiten Weltkrieg ein Ende haben. Die Eröffnung der Pilatus Flugzeugwerke in Stans sowie des Militärflugplatzes (heute RUAG) in Buochs/Ennetbürgen brachte damals neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Deshalb setze ab 1939 in Buochs eine überdurchschnittliche Bevölkerungszunahme ein, die sich auch in einer regen Bautätigket manifestierte, zogen doch die beiden Betriebe viele ausserkantonale Arbeitnehmer an. Für sie musste Wohnraum geschaffen werden. Mit der Zeit entstanden so ganz neue Quartiere im Dorf, etwa in der Fischmatt und im Kett, seit den 60er Jahren auch im Linden- und Hofgebiet sowie in der Schützenmatt. Die Eröffnung der Autobahn (N2) verstärkte die Bautätigkeit zusätzlich. Dies führte zu neuen Quartieren im Unterfeld, im Städeligarten und im Herrenhof sowie zur Ausfüllung noch bestehender Baulücken.
Das bauliche Wachsen blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Gemeinde. Die vielen Neubauten haben des Gesicht unseres Dorfes verändert, manch altes, das Bild bestimmende Gebäude wurde leider abgerissen. Um einer weiteren ungehemmten Zersiedelung entgegenzuwirken, nahmen die Stimmbürger einen Dorfbebauungsplan an, den man seither immer wieder überarbeitet hat. Es wird jedoch in die Zukunft noch viel stärker Aufgabe der Politischen Gemeinde sein, die ursprünglichen Siedlungsstrukturen zu bewahren und zum gewachsenen Dorfbild Sorge zu tragen, soll unsere Gemeinde nicht zu einem gesichtslosen Konglomerat verkommen.

Die Verwaltung wächst

Ein bescheidenes Dasein fristete lange Zeit die Gemeindeverwaltung. Bis 1943 befand sich deren Kanzlei im Haus des jeweiligen nebenamtlichen Gemeindeschreibers, zuletzt während Jahren im Haus von Gottlieb Barmettler hinter der Krone. 1943 wählte die Bezirksgemeinde Josef Wyrsch-Achermann zum ersten hauptberuflichen Gemeindeschreiber. Er musste im Verlaufe von 25 Jahren fünfmal seinen Amtssitz "zügeln". Zuerst befand sich die Kanzlei im alten Schulhaus, dann im Haus Fronmattli, vom März 1952 bis im Sommer 1965 im Schuhhaus Camenzind und schliesslich im Haus Zentrum. Seit 1967 ist sie im eigenen Gemeindehaus untergebracht. Bis 1988 genügten der Kanzlei die Räume des Erdgeschosses. danach mussten, um ein modernes Dienstleistungsangebot aufrecht erhalten zu können, auch Zimmer des ersten Obergeschosses hinzugenommen werden.
Ab dem 1. September 1974 bis August 2007 amtete Erich Barmettler als versierter Gemeindeschrieber. Er begann mit seiner Kanzlistin und einem Buchhalter. Als Nachfolger von Erich Barmettler war Martin Dudle bis April 2010 Gemeindeschreiber seine Nachfolge trat Werner Biner an. Heute besteht die Gemeindeverwaltung aus verschiedenen Abteilungen.

Zivilschutz und Feuerwehr

Zum Schutz der Bevölkerung vor kriegerischen Einwirkungen hat man 1941 neben dem alten Schulhaus einen Luftschutzkeller erstellt und 1967 eine öffentliche Anlage beim Gemeindehaus erbaut. Eine zweite entstand im Jahr 1982 unter der Schulsportanlage Breitli. Sie enthält einen Kommandoposten, eine Bereitstellungsanlage, einen Sanitätsposten mit drei Liegeplätzen und öffentliche Schutzplätze.
Auch auf dem Gebiet der Feuerwehr hat man viel getan. Sie besass früher ihren Hauptstützpunkt im alten Spritzenhaus im Oberdorf. 1964 erhielt sie an der Bürgerheimstrasse ein zweites grösseres Lokal. Seit 1988 ist der grösste Teil der technischen Hilfsmittel, womit sie gut ausgerüstet ist, am Seeplatz untergebracht.

Sonnen- und Schattenseiten

Wohl am positivsten tritt eine Gemeinde dort in Erscheinung, wo sie der Gemeinschaft Freiräume und Orte der Begegnung zur Verfügung stellt. Parkanlagen am Aawasseregg, am Quai, im Dorfleuteried, im Strandbad und im Unterfeld (vom Kanton aus Abbruchmaterial des Seelisberg-Tunnels aufgefüllt) laden alle zum Verweilen ein. Während der Umwandlung des Dorfleuterieds in einen Park mehr stille Opposition erwuchs, kam es 1980 beim Kauf und der Gestaltung des Aawasseregg zu einer offenen politischen Auseinandersetzung. Der Gemeinderat wollte von den insgesammt 3588 m2 Land 1903 m2 in Bauzone überführen und nur die restlichen 1685 m2 in der Grünzone belassen, während ein eigen gegründetes Aktionskomitee "Pro Aawasseregg" die ganze Fläche als Erholungsraum gestalten wollte. Eine Mehrheit der Stimmbürger hat sich weitseitig gezeigt und sich für den Kauf des ganzen Geländes entschieden. Für die jüngere Generation hat man 1983 im ehemaligen "Luftschutzbunker Süesswinkel" ein Jugendlokal eingerichtet.
Die Schattenseiten des Wachstums zeigen sich natürlich in Buochs auch. Die umsichgreifende Anonymität machte selbstverständlich vor unserem Dorf nicht einfach halt. Als Folge hat sich unser Gemeinderat vermehrt mit Kriminalität, Drogenproblemen und der "Neuen Armut" auseinander zu setzen. Sachbeschädigungen an öffentlichen Plätzen (Seeplatz, Quai, Strandweg). Einiges an Not kann durch vermehrte Leistungen im Vormundschafts-, Jugend- und Sozialbereich gemildert werden. Dies belastet aber die ohnehin nicht sehr gut dotierte Gemeindekasse zusätzlich.

Von Otto Baumgartner, aus dem Buch "Buochs in Wort und Bild" erscheinen 1994

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